Aktuelle Tarifverhandlungen

ver.di bietet Kompromiss an

Nachzahlung von Honoraren und Gehältern

ver.di bietet Kompromiss an

In den festgefahrenen Verhandlungen um die Nachzahlung von Honoraren und Gehältern hat ver.di dem NDR ein weiteres Angebot gemacht: Wir haben dem Sender signalisiert, die ausstehenden Gelder für die vier Monate ab April in Zeit umzurechnen und den Beschäftigten auf diese Weise zu vergüten. Der NDR hat es bislang abgelehnt, die ursprünglich vereinbarten Steigerungen in voller Höhe von 2,45 Prozent zu zahlen, da er sich in Finanznöten sieht. Über „Zeit statt Geld“ wollte der NDR in den Verhandlungen am Dienstag aber nicht einmal reden.

Warum kämpft ver.di so beharrlich dafür, dass der 2019 erkämpfte Tarifabschluss wieder in Kraft gesetzt wird? Aus mehreren wichtigen Gründen! 

Nur die volle Steigerung erhält die Anbindung unserer Honorare und Gehälter an den öffentlichen Dienst – der seit Jahrzehnten sowohl für den NDR als auch für ver.di Maßstab bei Tarifverhandlungen ist. Besonders jetzt – wenige Monate vor der nächsten regulären Verhandlungsrunde – ist dies wichtig, um im kommenden Frühjahr in den ohnehin schwierigen neuen Gesprächen nicht auch noch für rückwirkende Forderungen zu kämpfen.

Ebenso wichtig: Der Verfassungsbruch von Sachsen-Anhalt muss weitestgehend geheilt werden! Es darf nicht sein, dass die Beschäftigten des NDR die Folgen der AfD-Medienpolitik finanziell ausbaden müssen: Sekretär*innen in der Vergütungsgruppe 8 (Endstufe) z.B. würden auf einem Verlust von 234 Euro brutto sitzen bleiben, Redakteur*innen in der Vergütungsgruppe 4 (Endstufe) auf 332 Euro. Wenn der NDR meint, diese einmaligen Beträge nicht zahlen zu können, gäbe es eine einfache Lösung: Der finanzielle Verlust für die vier Monate entspräche umgerechnet einmalig einem freien Tag pro Person. 

Mit dieser Variante könnte der NDR in Zeiten knapper Kassen auch ein Signal nach rechts außen senden: „Bei uns stehen Arbeitnehmer*innen und Arbeitgeber zusammen! Finger weg vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk!“ 

ver.di sieht es als gewerkschaftspolitische Aufgabe, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk und damit unsere Demokratie auch in schwierigen Zeiten konsequent zu verteidigen – und eine entsprechende Haltung auch vom NDR einzufordern! 

Wir hoffen nach wie vor, dass Intendant Joachim Knuth auf unseren Vorschlag „Zeit statt Geld“ eingeht und damit seine Wertschätzung für die Leistungen der Kolleg*innen ausdrückt – besonders in Zeiten der Pandemie.