Aktuelle Tarifverhandlungen

NDR will Rentenkürzungen auf Biegen und Brechen durchsetzen

Vor Tarifverhandlung am 10. Juni 2015

NDR will Rentenkürzungen auf Biegen und Brechen durchsetzen

Am Mittwoch werden die Verhandlungen über eine Erhöhung der Vergütungen fortgesetzt. Der NDR macht eine Erhöhung der Vergütungen, die zumindest den Standard des Öffentlichen Dienstes der Länder erreicht (2,1 % im ersten Jahr und 2,3 Prozent im zweiten Jahr mit einer sozialen Komponente) von einer Verschlechterung der Betriebsrenten abhängig.

Besonders unappetitlich wird die von den Intendanten von ARD und ZDF erklärte Absicht, die Renten von vielen tausend Kolleginnen und Kollegen mit relativ kleinen Betriebsrenten zu kürzen, angesichts der Tatsache, dass sich genau diese Intendanten Altersversorgungen in Millionenhöhe (z.B. Tom Buhrow, WDR,  3 Millionen Euro) bereits längst vertraglich zusichern ließen.

Der NDR möchte, dass die Betriebsrenten künftig nicht mehr in dem Maße wie die Gehälter gesteigert werden (so ist es bis jetzt tariflich geregelt), sondern nur noch um ein Prozent pro Jahr, höchstens aber zur halben Gehaltssteigerungsrate. Dies hätte auch bei nur geringen Preissteigerungen eine Entwertung der Renten zur Folge, einen Kaufkraftverlust; und dies bei Kolleginnen und Kollegen, die sich nicht mehr wehren können und denen der NDR beim Abschluss ihres Arbeitsvertrages versprochen hatte, dass ihre Renten in gleicher Weise steigen werden wie die Gehälter. Einer solchen Rentenverschlechterung und dem Bruch der Arbeitsverträge wird ver.di nicht zustimmen.

 Auf diese klare Ablehnung von uns reagiert der NDR, indem er vorschlägt, die Rentenverschlechterung auf alle - Festangestellte wie Rentner - umzuverteilen. Er bietet das schon sehr niedrige Ergebnis des Öffentlichen Dienstes an, aber nochmals vermindert um 0,2 Prozentpunkte. Also 1,9 Prozent in diesem und 2,1 Prozent im nächsten Jahr. Nun könnte man meinen „Na, das sind vielleicht zehn Euro im Monat, kann man verschmerzen“. Stimmt aber nicht. Denn die geringere Basis ist Grundlage der folgenden Tariferhöhungen. Diese 0,2 Prozent Verlust würden sich – potenziert in weiteren Tarifrunden – durch das gesamte Arbeitsleben durchziehen. Und die Betriebsrente wird dann auch geringer werden, denn sie bemisst sich an der individuellen Gehaltshöhe. Auf lange Sicht haben wir es dann mit einer spürbaren Gehalts- und Betriebsrentenminderung zu tun. Deswegen werden wir auch einer solchen verkappten Rentenminderung nicht zustimmen.

Was wir erreichen, hängt auch von der Konfliktbereitschaft unserer Mitglieder und der NDR-Belegschaft ab.

Wir laden deshalb ein zu einer Informationsveranstaltung „Vergütungserhöhung und Rentenkürzung im NDR“ am Montag, 15. Juni, 18 Uhr, im Hamburger Gewerkschaftshaus, Besenbinderhof 60, 20097 Hamburg (Nähe Hauptbahnhof)