Tarife und Vereinbarungen

Arbeitsverdichtung und Rückenschmerzen

ver.di kritisiert NDR-Sparpolitik

Arbeitsverdichtung und Rückenschmerzen

Vorgezogener Renteneintritt:

Einmalzahlungen für die einen ­mehr Arbeit für die anderen?

Der Intendant hat es eilig: Bereits zum Jahresbeginn will der NDR älteren Kolleginnen und Kollegen gegen Einmal­zahlungen einen früheren Renteneintritt schmackhaft machen — indem er einen sehr bescheidenen Ausgleich für finanzielle Abschläge bei Renten und Betriebsrenten anbietet. Mit dem Ausscheiden sollen Stellen ersatzlos ge­strichen werden, damit der NDR so langfristig Geld spart. Über eine entsprechende Dienstvereinbarung haben Ge­samtpersonalrat und Personalrat Hamburg am 27. Okto­ber mit dem NDR verhandelt.

ver.di-Personalräte erreichen sozialen Ausgleich

Positiv: Für die unteren Vergütungsgruppen (VG 6-13) konnten sie eine höhere Abfindung erreichen. Gut so! ver.di im NDR bemängelt aber: Der Großteil der etwa ein­hundert Fragen und Änderungsvorschläge der Personalrä­te wurde vom NDR bisher nicht erledigt. Wir unterstützen die Personalräte und erwarten, dass der NDR auf sie zu­geht!

Enorme Arbeitsverdichtung droht

Völlig ungeregelt ist vor allem die Frage, wer künftig die Arbeit der vielen Kolleg*innen machen soll, die einfach weggespart werden. Hierzu gibt es vom NDR nur ein Lip­penbekenntnis, dass Aufgaben wegfallen sollen. Konkrete Regelungen hat er bislang nicht vorgelegt. Dabei ist ge­nau das für die verbleibende Belegschaft der wichtigste Punkt! Oder will der NDR Aufgaben privatisieren? Nicht mit uns!

ver.di fordert: Keine Dienstvereinbarung, die zu Arbeits­verdichtung oder Privatisierungen führt!

ver.di fordert: Wer sich für den frühzeitigen Ausstieg entscheidet, muss alle Zahlen, Daten, Fakten vorher ken­nen. Wir brauchen umfassende Beratung, die auch schriftlich dokumentiert wird!

ver.di fordert: Bisher sollen ARD-Stellen (bei ARDaktuell, KEF-Büro und TV-Leitungsbüro) ausgenommen werden. Die Dienstvereinbarung muss aber für alle Kolleg*innen mit NDR-Arbeitsverträgen gleichermaßen gelten!

Home-Office:

Sparen auf Kosten unserer Gesundheit?

ver.di im NDR hatte Ende August einen umfassenden Tarifvertragsentwurf für die Regelung von Mobiler Arbeit und Telearbeit (Home-Office) vorgelegt. Grundlage ist eine wahre Flut von Rückmeldungen unserer Mitglieder, die sich einen modernen Umgang mit Home-Office wün­schen — auch nach der Pandemie. Wir wollen einen An­spruch auf echtes Home-Office mit vernünftiger techni­scher Ausstattung! Und was macht der NDR? Er will Ta­rifverhandlungen vermeiden und das Thema lieber billig regeln.

Mobile Arbeit und Home-Office nur mit der richti­gen Ausstattung

Der NDR will die Arbeit im Home-Office als „Mobiles Arbeiten" umetikettieren. Der Plan dahinter: Arbeits­platz-Ausstattung einsparen, auf die Kolleg*innen im Home-Office einen rechtlichen Anspruch hätten. Und das, obwohl er zusätzlich durch den geplanten Abbau von Büroflächen viel Geld spart.

ver.di fordert: In einem modernen Betrieb brauchen Beschäftigte einen Anspruch auf Arbeitszeit im Home-Office! Nicht nur in Ausnahmesituationen wie Asbest oder Corona, sondern auf Dauer.

ver.di fordert: Wir wollen nicht dauerhaft mit Tablet am Küchentisch arbeiten. Der NDR muss auch im Home-Office die Arbeitsschutz-Vorschriften umsetzen und ge­sunde Arbeitsbedingungen schaffen!

Auch wenn wir aufgrund der Pandemie derzeit im Betrieb nicht so sichtbar sein können wie gewohnt: Wir kämpfen weiterhin für Eure Rechte und Interessen!