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Mitglieder im NDR lehnen Tarifangebot zum Bestandsschutz ab

Freie erwarten mehr:

Mitglieder im NDR lehnen Tarifangebot zum Bestandsschutz ab

Das reicht uns nicht! So lassen sich die Kommentare der ver.di-Mitglieder zum Tarifergebnis für den Bestandsschutz von Freien nach dem „TV befristete Programmmitarbeit“ (Rahmenverträge) zusammenfassen.

Hintergrund: Befristet beschäftigte Programmmitarbeiter, die mindestens 25 Jahre für den NDR tätig gewesen sind oder mindestens 55 Jahre alt sind und 15 Jahre für den NDR tätig gewesen sind, konnte der NDR nur aus einem wichtigen Grund im Sinne von § 626 BGB beenden. Mit dem so genannten Marmor-Modell aus dem Jahre 2008 wurde diese Regelung von ver.di ausgesetzt, weil der NDR die Verträge befristeter Programmmitarbeiter einfach vor Eintreten der Bedingung nicht erneuerte. Damit umging der NDR systematisch eine Regelung, die zum Schutz älterer Programmmitarbeiter gedacht war. Aktuell ist es so, dass die überwiegende Mehrzahl der befristet beschäftigten Programmmitarbeiter nach etwa 10 Jahren nicht mehr für den NDR tätig ist. Die Regelung ist derzeit bis zum 30. Juni 2019 ausgesetzt.

Das NDR-Angebot:

  •  Rahmenvereinbarungen ab 45 Jahren (mindestens fünf Jahre wiederkehrend für NDR tätig): in der Regel mindestens zwei Jahre Laufzeit
  • Feedbackgespräch zur Erörterung der zukünftigen Zusammenarbeit: einmal im Jahr oder mind. einmal während Vertragslaufzeit, auf Verlangen des freien Mitarbeiters
  • Übergangsgeld: maximale Zahlungsdauer 15 Monate, Fortgeltung der Übergangsgeldregelungen im Fall des Bestandsschutzes ab 25 Jahren Tätigkeit oder 55 Jahre (Alter) und 15 Jahre Tätigkeit im NDR
  • Bestandsschutz (25 Jahre Tätigkeit im NDR/Alter 55 Jahre+15 Jahre Tätigkeit im NDR): verlängerte Rahmenverträge ab 55 Jahren mit Beschäftigungsangeboten in Höhe von mindestens 35 % des Durchschnitts der letzten fünf Jahre und/oder Übernahme in unbefristetes Beschäftigungsverhältnis (soweit möglich): +55 Jahre: 3 Jahre Laufzeit, +58 Jahre: 4 Jahre Laufzeit, +62 Jahre: 5 Jahre Laufzeit
  •  Anhebung der Höchsteinkommensgrenze bis zu der der Bestandsschutz gilt: 105.000 Euro/Jahr

Fazit: - für das Recht, nach 25 Jahren Tätigkeit oder 15 Jahren Tätigkeit/Alter 55 Jahre nur noch aus wichtigem Grund beendet werden zu können, wurde nichts Gleichwertiges angeboten
- die Bezugszeit des Übergangsgeldes sollte drastisch auf 15 Monate gekürzt werden.

Ver.di-Forderungen:
Die ver.di-Forderungen

  • nach drei garantierten Alternativbeschäftigungen,
  • nach bezahlter Weiterbildung und
  • früher einsetzendem Bestandsschutz

finden sich im Verhandlungsergebnis nicht wieder. Dies bemängelten die Mitglieder ebenso, wie sie sich

  • Verbesserungen auch für Nicht-Rahmenverträgler

wünschen - insbesondere die Anhebung von Tages- und Verdienstgrenzen. Aufgrund der eindeutigen Haltung der Mitglieder hat ver.di im NDR dieses Angebot abgelehnt. Doch unsere Forderungen sind damit nicht vom Tisch und wir streiten weiterhin für ein gleichwertiges alternatives Angebot!

Auch andere Themen rücken nun in den Fokus: crossmediale Honorierung, Schichthonorare, Honorare für mehrtägige Hörfunkproduktionen und die Online-Honorare - das sind die Themen, die der NDR sich wünscht.
Aber auch von den ver.di-Mitgliedern gibt es Themenwünsche: Honorarzuschuss im Krankheitsfall ab dem ersten Tag, Bestandsschutz im Fall von Mutterschutz und Elternzeit, Effektivhonorarerhöhungen, Anhebung von Limitierungen u.a.

Anregungen für  weitere Themen und Wünsche  für die genannten Themen sind willkommen. Als Mitglied hast Du die Chance, die Forderungen und Verhandlungen zu bestimmen! Kontakt: lars.stubbe@verdi.de

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