Aktuelle Tarifverhandlungen

Gute Beteiligung am NDR-Warnstreik vor der vierten Verhandlungsrunde

Vergütungstarifverhandlungen öffentlich-rechtlicher Rundfunk

Gute Beteiligung am NDR-Warnstreik vor der vierten Verhandlungsrunde

In den Vergütungstarifverhandlungen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk ist noch Brisanz drin. Die Arbeitgeber haben uns zu einer – teilweise schmerzlichen – Einigung in der betrieblichen Altersversorgung gedrängt, nun werden auch in den aktuellen Vergütungsverhandlungen die üblichen Tariferhöhungen von Verschlechterungen an anderer Stelle, wie beispielsweise der Absenkung des Bestandschutzes der Freien, abhängig gemacht. Unruhe vor den Tarifverhandlungen am 13. Juni    Dieses Flugblatt erklärt die Gründe

Und das nicht nur im NDR.

Angesichts dieser Situation hatte ver.di vor der nächsten Verhandlungsrunde am 13. Juni zu einem Warnstreik am 12. Juni aufgerufen. Beteiligt haben sich rund 250 Beschäftigte. Und das trotz Urlaubs und des sehr kurzfristigen Aufrufs.

Nach morgendlichen Treffen in den einzelnen Betriebsteilen kamen wir um 11 Uhr in Lokstedt vor dem Haus 14 zusammen. Busse aus Kiel und Hannover wurden freudig begrüßt. Transparente forderten: „Gehaltserhöhung ohne Abschläge“, „Keine sachgrundlosen Befristungen“, „Soziale Komponente: Mindesterhöhung 100 Euro“´, „Wahlrecht: Zeit oder Geld“. Nach einer kurzen Ansprache von Bernd Kittendorf, dem ver.di-Vorsitzenden im NDR, und einem Zug über das Gelände des NDR-Fernsehens ging es in ein nahegelegenes Streiklokal. Hier war Platz für ausführliche Informationen (und Diskussionen) über die Tarifforderungen und die Reaktionen des NDR. Kolleginnen und Kollegen aus dem Bayerischen Rundfunk, der Bremedia, dem Westdeutschen Rundfunk und auch aus dem Südwestrundfunk haben uns Solidaritätsadressen geschickt. Darin heißt es etwa: „Die unterschiedlichen Verhaltensweisen der Geschäftsleitungen in den einzelnen ARD-Anstalten, auf die Tarifforderungen mit diversen Gegenforderungen und Koppelungen zu Antworten, ist eindeutig abzulehnen. Wir alle spüren, dass der Wind für uns Beschäftigte im öffentlich-rechtlichen Rundfunk immer härter wird.“

Auch Freie Mitarbeiter/innen und Leiharbeitnehmer, die an diesem Tag im NDR eingesetzt werden sollten, haben sich an dem Warnstreik beteiligt. Dies war im öffentlich-rechtlichen Rundfunk wahrscheinlich die erste Bewährungsprobe für die Neuregelung im AÜG (§ 11 Abs. 5), die den Einsatz von Leiharbeitnehmern als Streikbrecher verhindern soll.

Nach der Versammlung haben sich die Warnstreikenden noch einmal vor das Gebäude der Intendanz in Hamburg-Rothenbaum begeben, um dort eine kurze Kundgebung abzuhalten.

Infolge des Warnstreiks kann es zu vereinzelten Sendeausfällen, stattdessen mussten Konserven gesendet werden. Etliche Einsätze von Reporter-Kamerateams sind ausgefallen.

Die Beteiligten waren sich einig: Dieser Warnstreik ist ein Zeichen, das Wirkung entfalten soll und wird.

Plakate "Warnstreik" vor der Einfahrt zum Betriebsgelände des NDR in Hamburg-Lokstedt wokreide NDR Warnstreik
Warnstreik 12. Juni 2017, Streikende vor dem Betriebsgelände NDR Rothenbaumchaussee wokreide Streikende Rothenbaumchaussee
Während der Versammlung von Warnstreikenden am 12. Juni 2017 in Hambugr-Lokstedt wokreide streikende mit Fahne
Plakat mit Forderung MIndesterhöhung 100 euro wokreide Mindesterhöhung 100 Euro