Aktuelle Tarifverhandlungen

NDR-Tarifverhandlungen im Mai 2017

Altersversorgung , Vergütung

NDR-Tarifverhandlungen im Mai 2017

Am 10. Mai gab es in den Verhandlungen zur Altersversorgung eine Einigung über grundlegende Punkte, die die Richtung der Betriebsrente im NDR für die nächsten Jahre vorgeben. Die Rentendynamik ist verschlechtert worden, dennoch bleiben die Betriebsrenten an die Gehaltsentwicklung angebunden, im VTV und in anderen Rentenregelungen sind Verbesserungen erreicht worden. Wir haben in einem betrieblichen Flugblatt (siehe download) darüber informiert.
Dort haben wir geschrieben:“Dies ist kein Triumph, es ist jedoch auch keine bloße Niederlage. Denn wir haben es auch zukünftig in der Hand, die Gehälter durch unsere Tarif- und betrieblichen Aktionen zu steigern und damit auch die Höhe der Betriebsrenten zu beeinflussen. Es kommt auf unsere gemeinsame Stärke an.“ Wir werden die Einzelheiten der Regelung demnächst in betrieblichen Informationsveranstaltungen erläutern. Dort können alle Fragen gestellt werden.

Damit ist auch die Blockade der Anstalten in den Vergütungstarifverhandlungen gelöst worden. Es bewegt sich etwas. Der NDR erhöhte am 17. Mai sein Angebot : Die Vergütungen sollen linear erhöht werden, wie es  auch im Februar für den öffentlichen Dienst der Länder vereinbart worden war, nämlich 2 Prozent im ersten und 2,35 Prozent im zweiten Jahr. Eine adäquate Umsetzung der sonstigen finanziell wirksamen Verbesserungen aus dem ÖD-Abschluss (strukturelle Verbesserung der Vergütungsstruktur, Mindesterhöhung, soziale Komponente) ließ der NDR allerdings vermissen. Dieses zusätzlich Volumen aus dem ÖD-Abschluss bewerten wir mit 0,9 Prozent. Diese sind mit einer geringen Erhöhung des Urlaubsgeldes oder des Familienzuschlags, die nicht in die Vergütungstabelle eingehen, nicht erreicht. Streitig ist zudem noch eine wirksame „soziale Komponente“, etwa in Form eines Mindestbetrags von 100 Euro.
Über unsere Forderung Wahlmöglichkeit „arbeitsfreie Zeit anstatt eines Teil der Vergütungserhöhung“ will der NDR reden.
Weitere, auch nur symbolische, Verbesserungen für Azubis über die Anhebung der Azubivergütungen und des Urlaubs hinaus will der NDR nicht zugestehen.
Die Vergütungen für die Freien Mitarbeiter/innen sollen nach unseren tarifpolitischen Grundsätzen in gleichem Maße steigen wie die Vergütungen für die Angestellten. Hier hat der NDR neben den üblichen Streitpunkten (rückwirkende Erhöhungen, Auswirkungen auf die Effektivvergütungen) einen neuen Konflikt heraufbeschworen: er will die Erhöhung der Vergütungen für Freie Mitarbeiter/innen von einer Verschlechterung der Bestandsschutzregeln abhängig machen.

Eine Einigung scheint demnach grundsätzlich möglich, wir müssen aber noch manche Steine aus dem Weg räumen. Welche Steine das sein müssen, und wie wir das machen, werden wir auch in den nächsten Wochen in Versammlungen mit Mitgliedern und in unseren Gremien beraten.

Damit ist der Stand der Tarifverhandlungen aber noch nicht vollständig dargestellt:
Im WDR und im SR gibt es bei den dort laufenden Vergütungsverhandlungen kein Angebot der Arbeitgeber: im WDR macht die Verwaltungsdirektorin stattdessen Gegenforderung auf wie Abbau der Stufensteigerungen; die Festlegung der Vergütungen für Angestellte und für Freie soll nicht mehr nach objektiven Kriterien, sondern nach „Leistungsmaßstäben“ erfolgen, auf deutsch: wie der Auftraggeber gerade Laune hat. Wenn man dazu auch noch die Ankündigung des Intendanten berücksichtigt, dass im Zuge der anstehenden „Strukturreform“ Arbeitsplätze wegfallen werden, merken wir: Der Wind wird rauer. Vor dem Hintergrund der Höhe des Rundfunkbeitrags wird wiederholt geunkt, dass man Nullrunden auch im NDR zu erwarten habe. Mit der bisherigen Methode  „Wir haben uns alle lieb, seid bitte nett zu uns“ werden wir nicht weiterkommen. Wir müssen Interessengegensätze klar benennen, und uns für unsere Interessen einsetzen. Am besten in ver.di.