Perspektive Tarifverträge 2017

(Im November 2016)

Neue Gehalts- und Honorartarifrunde 2017

Am 31. März 2017 laufen unsere vor zwei Jahren geschlossenen Gehalts- und Honorartarifverträge im NDR aus, die uns insgesamt 4,4 Prozent mehr Einkommen gebracht haben und wir müssen sie neu verhandeln. Da fragen sicher viele:

„Warum schon wieder ...?

Ja, schon wieder! Preise steigen, Mieten steigen, Abgaben steigen und deshalb haben sich vor mehr als 160 Jahren Arbeitnehmer zu Gewerkschaften zusammengeschlossen, um für Löhne zu kämpfen, die zumindest mit der Preisentwicklung Schritt halten und darüber hinaus eine Verbesserung der eigenen Lebenssituation bewirken. Das gilt auch heute noch! Hätte z.B. ver,di im NDR nicht Jahr für Jahr für steigende Gehälter und Honorare gestritten, so hätten wir alle weit weniger Geld im Portemonnaie.

„Die paar Prozente lohnen sich doch gar nicht!“

Oh, doch! Es sind in der Tat immer nur wenige Euro, um die Gehälter, Honorare und Betriebsrenten jährlich steigen, aber in den relativ kleinen Schritten haben sich die Einkommen allein in den letzten 20 Jahren verdoppelt. Jemand, der zum Beispiel heute etwa 4000 Euro im Monat verdient, hätte ohne das Engagement der Gewerkschaft grade mal 2000 Euro Einkommen.

„Tarifverhandlungen sind langweilig!“

In der Tat! Und nervig sind sie noch dazu! Aber glaubt denn irgendjemand wirklich ernsthaft, die Arbeitgeber würden uns freiwillig Jahr um Jahr das Einkommen erhöhen, ohne den Druck einer Gewerkschaft, die zudem durch die Beiträge ihrer Mitglieder über eine gut gefüllte Streikkasse verfügt? Diese macht es nämlich möglich, ohne großen Schaden für den einzelnen Arbeitnehmer, auch mal für eine Zeit die Arbeit zu verweigern! Vorausgesetzt natürlich er ist Gewerkschaftsmitglied. Das ist im Übrigen ein sehr guter Grund bei ver.di einzutreten!

„Es kommt doch immer nur ein fauler Kompromiss heraus“

Das ist nicht gesagt! Wenn eine Gewerkschaft stark genug und eine Belegschaft bereit ist, sich entsprechend zu engagieren und den Druck auf den Arbeitgeber deutlich zu erhöhen, dann ist auch wesentlich mehr zu erreichen, als mit einer Einstellung, die in erster Linie in Resignation und Unterordnung besteht. Man sollte es ruhig mal probieren!

„... aber es ist doch gar nicht genügend Geld da“

Wie bitte? Allein der NDR verbrät jedes Jahr mehr als eine Milliarde Euro unter anderem auch für teure Sportrechte, Honorare für Talkmaster, Rätselonkel und andere Unterhaltungskünstler und bildet Millionen an Rücklagen für die Alterssicherung von Intendanten und Direktoren, während er gleichzeitig versucht, die Betriebsrenten seiner Beschäftigten zu kürzen. Auch das wird er in der jetzt anstehenden Tarifrunde wieder versuchen und gleichzeitig die Gehälter und Honorare seiner Beschäftigten so wenig wie möglich anzuheben. Wenn man darüber mal in Ruhe nachdenkt, könnte man glatt auf die Idee kommen, die gewerkschaftliche Streikkasse in Anspruch zu nehmen.

 Zum 31. März 2017 ist der jetzige Gehalts- und Honorartarifvertrag kündbar. Damit endet auch die Friedenspflicht. Deshalb wollen wir jetzt gerne von Euch wissen, mit welchen Forderungen wir in die kommende Tarifrunde 2017 gehen sollen und wie wir sie gemeinsam durchsetzen wollen.

Dazu planen wir Umfragen in den Kasinos des NDR und eine Reihe von Diskussionsveranstaltungen auch mit den Freien im NDR über die vom NDR geplante „Reform der Vergütungstabellen und Mitwirkungssymbole“ und die jüngsten Arbeitsgerichtsurteile zur Festanstellung von Freien, sowie unser Vorgehen gegen den weiteren geplanten Abbau von Planstellen, die Ausweitung von Zeit- und Werkverträgen sowie die Zukunft der betrieblichen Altersversorgung.

Deine Rechte im Streik

Für den Erfolg der Tarifverhandlungen sind wir auf das Engagement unserer Mitglieder angewiesen. Kundgebungen und andere öffentlichkeitswirksame Aktionen können genug Druck aufbauen, um uns gegenüber den Sendern eine gute Verhandlungsposition zu verschaffen! Und als letztes Mittel im Arbeitskampf bleibt immer noch der Streik. Auch dafür sind Sie mit ver.di an Ihrer Seite gut gerüstet!

 

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